Traditional English Fruit Cake

Ich kann mich noch daran erinnern wie meine Mama sich jedes Jahr zu Weihnachten einen Fruit Cake von Collin Street Bakery bestellte bzw. von Freunden geschickt bekam. Als Kind schaute ich dann immer ganz neugierig in die rote Kuchendose und hätte die Kuchen-Verpackung am Liebsten gleich aufgerissen. Dabei interessierte mich der Kuchen selber gar nicht, viel verlockender waren die glasierten Pekannüsse, mit denen der Kuchen dekoriert wurde und himmlisch schmeckten. Wie gerne hätte ich gleich alle wegstibitzt, aber meist hinderte meine Mama mich daran mit dem Hinweis, dass der Kuchen noch nicht gegessen werden kann. Ich glaubte ihr damals nicht, schließlich war es ja ein gekaufter Kuchen, der bestimmt schon lange genug gelagert hatte – ich war mir sicher, dass sie nur nicht wollte, dass ich alle Pekannüsse vom Kuchen esse und alle anderen Pekannuß-freie Kuchenstücke essen müssen 🙂 Dabei hatte sie recht, denn ein Fruit Cake sollte wirklich Zeit bekommen, um regelmäßig mit Weinbrand gefüttert zu werden bzw. zu lagern, denn er wird wohl wirklich mit der Zeit immer besser. Wie beim Christstollen, der ja auch mit der Zeit an Geschmack gewinnt.

Ich war aber mal wieder ein wenig ungeduldig, wollte ich doch unbedingt jetzt noch vor Weihnachten einen Fruit Cake ausprobieren, obwohl Heiligabend nur noch 4 Tage weg ist und die Chance, zu reifen gleich Null sein wird. Beim Stöbern durch die Backbücher meiner Mama (sie hat nämlich ganz viele typisch englische/amerikanische Rezepte) stieß ich auf DAS Rezept schlechthin. Von der großartigen Delia Smith, die für mich als Kind und Teenager die Back- und Kochqueen Englands war (Bis sie dann irgendwann von etwas „moderneren“ Köchen und Bäckern wie Jamie Oliver oder Nigella Lawson etc. abgelöst wurde). Ich auch noch genau weiß, wie ich damals während unserer England-Urlaube die Bücherläden durchstöberte und immer wieder an ihren Büchern hängen blieb. Ich war überhaupt total fasziniert von den englischen Kochbüchern, war und ist die englische Küche doch immer als so schlecht verschrien.

Aber zurück in die Gegenwart… Der Kuchen ist für meine Freundin Jessi, mit der ich wieder zum Backen verabredet bin – wir wollen uns an besagtem Christstollen versuchen – da er wirklich ein Inbegriff von Weihnachten ist. Wie gesagt, habe ich mich bislang nie an den Kuchen „gewagt“, fest davon überzeugt, dass er mir nicht schmecken wird. Als wir dann aber in gemütlicher Kaffee-Runde zusammen saßen und alle ein Stück probierten und sagten, wie lecker der Kuchen schmeckt, musste ich dann doch probieren.

Foto 22.12.15 13 48 52

Witzigerweise musste ich auch bei diesem Kuchen wieder feststellen, dass ich ihn jahrelang verkannt hatte und er wirklich lecker schmeckt. Er hat einen ganz besonderen Geschmack, wie ich finde und versetzt einen sofort in Weihnachtsstimmung. Nächste Jahr werde ich ihn aber früher backen, um ihn füttern zu können, damit ich einen Vergleich habe.

Kleine Info am Rande: Die Step-by-Step Anleitung ist heute leider unvollständig. Als ich nämlich mit dem Dekorieren anfangen wollte und dafür den Kuchen vom Balkon holte (wo ich ihn zum Kühlen hingestellt hatte), löste sich aus irgendeinem Grund der Deckel von dem Tortenbehälter. Kuchen plus Teller fielen heraus und zielsicher auf mein iPhone. Kuchen und Teller blieben unbeschädigt, das Display meines iPhones hingegen war ein Totalschaden 🙁 Ich konnte es im ersten Moment einfach nicht fassen und war sprachlos, wie das passieren konnte, weil ich normalerweise super vorsichtig mit meinen Sachen bin. Ich habe den Kuchen dann aber trotzdem noch zu Ende dekoriert. Da ich keine Kamera zuhause hatte, bleibt der Schritt, wie ich den Kuchen dekoriere, daher „undokumentiert“.

Traditional English Fruit Cake
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Portionen Vorbereitung
16 Stücke 2 Stunden
Kochzeit Wartezeit
4 Stunden 24 Stunden
Portionen Vorbereitung
16 Stücke 2 Stunden
Kochzeit Wartezeit
4 Stunden 24 Stunden
Traditional English Fruit Cake
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16 Stücke 2 Stunden
Kochzeit Wartezeit
4 Stunden 24 Stunden
Portionen Vorbereitung
16 Stücke 2 Stunden
Kochzeit Wartezeit
4 Stunden 24 Stunden
Zutaten
Zutaten zum Einweichen
Zutat zum "Füttern" des Kuchens:
Zutaten für die Dekoration
Portionen: Stücke
Anleitungen
Einweichen der Früchte
  1. Korinthen, Sultaninen, Rosinen, Belegkirschen, Zitronat und Orangeat in eine Schüssel geben und den Weinbrand darüber gießen. Mit einem Tuch bedecken und über Nacht oder für mindestens 12 Stunden ziehen lassen.
Zubereitung des Teiges
  1. Nachdem die in Weinbrand "eingelegten" Zutaten durchgezogen haben, geht es mit der Zubereitung des Kuchens weiter. Zunächst aber noch den Backofen auf 140 Grad oder Gasstufe 1 vor- und eine 20cm Backform mit herausnehmbaren Boden vorbereiten. Dafür werden der Boden und die Seiten mit Backpapier ausgekleidet. Danach Mehl, Salz und Gewürze in eine große Rührschüssel sieben.
  2. Zucker, Eier, Zuckerrübensirup und Butter hinzugeben und mit einem elektrischen Handmixer verrühren, bis alles glatt und geschmeidig ist (Ich habe die Mandeln bereits in diesem Schritt hinzugefügt, am besten ist es aber, wenn man sie wirklich erst NACH dem Mixen hinzufügt).
  3. Anschließend die eingeweichten Früchte, die gehackten Mandeln, Pekannüsse und zum Schluß die abgeriebene Orangen- und Zitronenschale unterheben.
  4. Im nächsten Schritt den Teig mit einem großen Holzlöffel in die vorbereitete Backform geben und mit der Rückseite glatt streichen. Sollte der Kuchen nicht mit Marzipan und Rollfondant dekoriert werden, werden nur halbierte und blanchierte Mandeln auf den Teig in einem hübschen Muster dekoriert (zum Beispiel in kreisförmigen Mustern). Ein Stück Backpapier nehmen und ein 50 Cent großes Loch hineinschneiden. Dies schützt den Kuchen während des Backvorgangs vor dem Austrocknen und zu starker Bräunung. Dieses Stück AUF die Backform legen (ganz wichtig ist, dass es den Kuchen nicht berührt), Pack- oder Zeitungspapier UM die Backform wickeln und mit einem Stück Schnur sichern (auch das schützt den Kuchen noch einmal zusätzlich).
  5. Den Kuchen in den Backofen stellen und auf unterster Schiene für 4 Stunden backen. Der Kuchen sollte dann in der Mitte noch leicht zurückfedern, wenn er berührt wird. Manchmal kann es sein, dass er 30-45 Minuten länger backen muss. Auf jeden Fall sollte vermieden werden, den Backofen vor dem Ablauf der 4-stündigen Backzeit zu öffnen. Den Kuchen aus dem Backofen nehmen und ein wenig abkühlen lassen. Anschließend auf ein Kuchengitter stürzen und komplett auskühlen lassen.
  6. Wenn er komplett ausgekühlt ist, fängt das "Füttern" des Kuchens an. Dafür mit einem Zahnstocher kleine Löcher in den Kuchen stechen und den Weinbrand mit einem Löffel eintröpfeln lassen. Diesen anschließend gut einpacken und immer mal wieder mit Weinbrand "füttern", bis er dekoriert oder gegessen werden möchte. (Das Füttern habe ich weggelassen, da ich den Kuchen ja verschenken und daher gleich mit Marzipan und Rollfondant dekorieren wollte).
Anleitung fürs Dekorieren
  1. Die Aprikosenmarmelade erwärmen und den Kuchen damit bestreichen (am einfachsten geht das mit einem Backpinsel). Abkühlen lassen. Für die Dekoration den Marzipan ausrollen und auf die Größe des Kuchens zuschneiden. Etwas ruhen lassen (am Besten über Nacht) und erst dann mit dem Rollfondant weitermachen. Diesen ebenfalls auf die Größe des Kuchens zuschneiden und auf die Marzipanplatte legen. Als Klebemittel kann man beispielsweise klaren Alkohol verwenden. Das funktionierte ganz wunderbar. Natürlich kann auch der Kuchenrand mit Rollfondant eingedeckt werden, mir wäre das aber zu süß.
Rezept Hinweise

Mixed Spice ist eine Gewürzmischung, die meist für "typisch" britisches Gebäck oder Kuchen verwendet wird. Wird die Mischung selber hergestellt, kann das Mischungsverhältnis je nach persönlichem Geschmack variieren.

Zutaten

  • 4 TL gemahlener Koriander
  • 4 TL gemahlener Zimt
  • 1 TL gemahlener Piment
  • 4 TL gemahlene Muskatnuss
  • 2 TL gemahlener Ingwer
  • 1 TL gemahlene Nelken
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